Flash

Flash bietet die Möglichkeit, Multimedia-Effekte auf Web-Seiten zu bringen, aber auch Anwendungen wie Spiele, Simulationen oder Navigations-Unterstützung für Web-Seiten.

Flash steht vor allem dort hoch im Kurs, wo man der Meinung ist, auf einer Web-Seite müsse es zugehen wie im Fernsehen. Dauernd irgendetwas in Bewegung, schicke Überblenden, Licht-Effekte, Geräusche, Musik usw. Manche Kreativlinge unterliegen diesem Glauben, aber noch mehr die Marketing-Abteilungen von Firmen, die bei Agenturen ihren Web-Auftritt gestalten lassen und dafür am Bildschirm etwas sehen wollen, von dem sie glauben, das sei besonders schwierig und atemberaubend. Dabei schaden die - von der Mehrheit der Seitenbesucher übrigens als sehr nervig empfundenen - Effekthaschereien, für die Flash vorwiegend eingesetzt wird, dieser Technologie mehr als sie ihr nutzen. Denn eigentlich ist Flash durchaus sinnvoll einsetzbar. Flash basiert auf bewegter Vektorgrafik. Beim Erstellen der so genannten Flash-Movies arbeiten Sie mit der Flash-Autoren-Software, mit der Sie grafische Darstellungen, Texte und eingebundene Elemente wie Pixelgrafiken oder Sound an einer Zeitleiste positionieren. Dadurch bestimmen Sie einen zeitlichen Ablauf. Flash kann Übergänge zwischen zwei Zuständen auf der Zeitleiste berechnen. Angenommen, Sie haben bei 0 Sekunden einen blauen Punkt und bei 1 Sekunde an der gleichen Stelle einen roten Punkt, dann können Sie für den Punkt einen fließenden Farbübergang von Blau nach Rot definieren, der 1 Sekunde lang dauert. Nicht jeder "Movie" hat jedoch Anfang und Ende. Ebenso sind Schleifen-Effekte möglich, durch die sich mit Flash dialogorientierte Anwendungen wie Spiele oder Navigationshilfen realisieren lassen. Flash bietet auch web-spezifische Schnittstellen an. So ist es problemlos möglich, in Flash anklickbare Verweise zu anderen Web-Seiten einzubauen. Im didaktischen Bereich ist Flash beispielsweise gut einsetzbar, weil es sich hervorragend zur Visualisierung von Abläufen und Zusammenhängen eignet. Vereinzelt wird es auch für solche sinnvollen Zwecke eingesetzt - doch im Web dominieren leider vorwiegend die dümmlich daherfliegenden Schriftzüge und Blitz-Effekte.

Für anspruchsvollere Anwendungen reicht die visuelle Oberfläche der Flash-Autoren-Software alleine oft nicht aus. Flash hat deshalb zusätzlich eine integrierte Programmiersprache, die es Entwicklern erlaubt, komplexere Aufgaben zu lösen.

Alles in allem ist Flash also ein mächtiges Werkzeug, um Inhalte zu visualisieren. Nicht unerwähnt bleiben sollte jedoch, dass es auch frei verfügbare, offen dokumentierte und letztlich noch leistungsfähigere Internet-Standards für das gibt, was Flash leistet. So werden beim W3-Konsortium zwei XML-basierte Sprachen namens SVG und SMIL standardisiert, die in Verbindung mit JavaScript und DOM ähnliche Möglichkeiten eröffnen. Doch leider werden die modernen Browser mit Flash-Plugins ausgeliefert, sind aber noch nicht ohne weiteres in der Lage, SVG oder SMIL zu verarbeiten. Und solange es kein Autorenwerkzeug dafür gibt, das auch solche Web-Entwickler anspricht, die keinen Quelltext am Bildschirm ertragen können, werden es diese Standards schwer haben gegen Erscheinungen wie Flash.