Web-Server

Viele PC-Anwender mit Internet-Zugang verbinden mit dem Begriff "Web-Server" eine Art Großrechner, auf dem die Daten liegen, die im Internet zu sehen sind. Eigentlich ist ein Web-Server jedoch eine gar nicht besonders große Software, die im Prinzip auf jedem Rechner laufen kann, also nicht nur auf Server-Rechnern im Internet, sondern auch auf jedem PC. Es ist nicht mal eine Internet-Verbindung erforderlich, um einen Web-Server zu betreiben. Es müssen lediglich TCP/IP-Sockets unterstützt werden (unter MS Windows zum Beispiel ist die Datei winsock.dll dafür zuständig). Wenn Sie also einen funktionierenden Internet-Zugang haben (und TCP/IP-Sockets somit unterstützt werden), sind bereits alle Voraussetzungen erfüllt, um einen Web-Server offline und ohne Verbindungskosten zu betreiben. Web-Browser und Web-Server laufen dann auf dem gleichen Rechner, können aber so miteinander kommunizieren, wie es bei Online-Verbindungen ins Internet üblich ist.

 

Einen eigenen Web-Server sollten Sie sich im hier behandelten Zusammenhang deshalb installieren, um lokal auf Ihrem PC eine CGI-Schnittstelle zu haben. Denn CGI funktioniert nur, wenn ein Web-Server vorhanden ist. Vieles, was im WWW mit CGI möglich ist, können Sie dann auch lokal auf Ihrem PC realisieren. So können Sie eigene CGI-Scripts während der Erstellungsphase in Ruhe und ohne Online-Kosten austesten. Sie können dann genauso arbeiten, wie Sie es von HTML-Dateien oder JavaScripts her gewohnt sind. Außerdem bekommen Sie eher ein Gefühl für die Zusammenhänge zwischen Web-Browser und Web-Server.

 

Auch wenn Sie selber Provider sind, eine Standverbindung ins Internet haben und einen öffentlichen Web-Server betreiben, ist es sinnvoll, auf einem separaten Arbeitsrechner einen lokalen Web-Server einzurichten. So belasten Sie den öffentlichen Rechner nicht, während Sie CGI-Scripts erstellen und austesten.

 

Ein lokal installierter Web-Server beeinträchtigt Ihren vorhandenen Internet-Zugang nicht. Er benutzt lediglich das TCP/IP-Protokoll Ihres Rechners (z.B. die winsock.dll). Einstellungen, die für Ihre Online-Verbindung ins Internet wichtig sind, interessieren den Web-Server nicht und können unverändert bleiben.

 

Ein installierter Web-Server ist bei bestehender Internet-Verbindung über das Web erreichbar, sofern Sie den PC nicht in einem geschützten lokalen Netz betreiben oder mit zusätzlicher Schutz-Software (Firewall-Software) ausgestattet haben. Denn bei jeder Verbindung ins Internet sind sie mit einer eindeutigen IP-Adresse angemeldet. Entweder haben Sie von Ihrem Provider eine feste IP-Adresse erhalten, oder die IP-Adresse wird bei der Einwahl ins Internet dynamisch vom Einwahl-Server vergeben. Unter MS Windows können Sie bei bestehender Internet-Verbindung im Windows-Verzeichnis das Programm winipcfg.exe aufrufen, um die eigene IP-Adresse zu sehen. Angenommen, Sie sind mit der IP-Adresse 145.233.101.211 angemeldet, dann ist Ihr lokales Web bei laufendem Web-Server über das Internet unter der Adresse "http://145.233.101.211/" erreichbar. Diese Adresse muss ein fremder Benutzer natürlich erst mal kennen. Aber wenn er sie kennt oder herausfindet, kann er auf Ihrem PC in dem Verzeichnisbereich, der durch den Web-Server festgelegt ist, "surfen". Das kann Vor- und Nachteile haben. Einerseits können Sie auf diese Weise anderen Personen Ihre Webseiten zeigen, ohne diese auf einen öffentlichen Rechner hochzuladen. Andererseits könnte ein ungebetener Besucher versuchen, auf Ihrem PC herumzuspionieren.









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