DTDs (XML)

Eine DTD brauchen Sie immer dann, wenn Sie XML-Daten wünschen, die nicht nur wohlgeformt, sondern auch gültig sind. Denn "gültig" bedeutet: validierbar gegen eine DTD. Die DTD definiert die zulässigen XML-Tags, d.h. welche Strukturierungselemente (z.B.) erlaubt sind und in welcher Weise ineinander verschachtelt werden dürfen.

Es ist nicht zwingend notwendig, dass eine XML-Datei "gültig" ist und eine zugehörige DTD besitzt. Das Kriterium der Gültigkeit ist der optimale Zustand. In vielen Praxisfällen ist es gar nicht nötig, eine DTD zu haben, z.B. weil man nur ein ordentliches Datenformat benötigt, das aber von keinem Parser interpretiert wird, der auf die Gültigkeit gegen eine DTD testet. Wenn Sie also z.B. einfach Daten in XML-gerechter Form abspeichern wollen und diese mit einem CGI-Script verarbeiten, das den XML-Code mit eigenen Befehlen in HTML-Code für den Browser übersetzt, dann brauchen Sie eigentlich keine DTD und können die Dokumenttyp-Deklaration weglassen.

Dennoch ist das Erstellen einer DTD sinnvoll. Denn die DTD ist - selbst wenn die Daten im VerarbeitungsProzess nicht auf Gültigkeit getestet werden - in jedem Fall eine Dokumentation des gewünschten Sollzustands der Daten. Vor allem, wenn Datenbestände über einen längeren Zeitraum aufbewahrt und von verschiedenen Personen weiterverarbeitet oder weitergepflegt werden, ist eine DTD eine wichtige normative Grundlage für die Korrektheit und Einheitlichkeit der Daten. Unabdingbar ist die DTD vor allem dann, wenn Daten zwischen Unternehmen oder Unternehmensbereichen per XML ausgetauscht werden sollen.

Auch im Hinblick auf die mehrfache Verarbeitung von Daten ist eine DTD wertvoll ("mehrgleisiges Publizieren aus ein und derselben Datenquelle"). Denn nur wenn sichergestellt ist, dass bei der Datenerfassung alle definierten Regeln eingehalten werden, können Programme diese Daten ohne Verlust verarbeiten.