JSP

Mit HTML alleine lassen sich keine dynamisch generierten Inhalte erzeugen. Dazu brauchen Sie irgendeine Form von Scriptsprache. JavaScript ist für viele kleinere Fälle recht praktisch, beispielsweise, um an einer bestimmten Stelle im Text immer das jeweils aktuelle Tagesdatum auszugeben. Der Vorteil von JavaScript ist, dass es sich problemlos in HTML-Dateien einbetten lässt. Mit CGI/Perl ist wesentlich mehr möglich als mit JavaScript - vor allem all jene Dinge, die eine Datenverarbeitung auf dem Server-Rechner erfordern. Die Datenverarbeitung eines Gästebuchs für ein Web-Projekt beispielsweise muss auf dem Server-Rechner stattfinden. Der Grund ist, dass Daten zentral gespeichert werden müssen, damit sie allen Seitenbesuchern zur Verfügung stehen - im Fall des Gästebuchs die vorhandenen Gästebucheinträge. Der Nachteil von CGI und Perl ist, dass Perl-Scripts separate Dateien sind, die aufgrund der Charakteristik der CGI-Schnittstelle meistens in ganz anderen Verzeichnissen abgelegt werden müssen als die HTML-Dateien des Web-Projekts. Ein weiteres Problem ist, dass Perl als Universalsprache ausgelegt ist und nicht speziell für dynamische Web-Seiten entwickelt wurde. Manche Dinge, die sich ein Entwickler von dynamischen Web-Seiten wünscht, sind in Perl nur schwer und über Umwege zu erreichen. Hierzu stellen Sprachen wie JSP oder PHP eine gute Alternative dar.

 

Die Abkürzung JSP steht für Java Server Pages. Das Konzept dahinter ist, dass JSP-Code ähnlich wie JavaScript direkt in HTML-Dateien an einer dafür geeigneten Stelle notiert werden kann. Wenn die HTML-Datei dann im Web abgelegt ist und von einem Web-Browser aufgerufen wird, erkennt der Web-Server, der die Datei zum Browser übermittelt, aufgrund bestimmter Konventionen, dass es sich nicht um eine gewöhnliche HTML-Datei handelt, sondern um eine HTML-Datei mit eingebettetem JSP-Code. Eine solche Datei lässt er dann zunächst von dem server-seitig installierten JSP-Interpreter verarbeiten. Dieser liest in der HTML-Datei die JSP-Code-Passagen aus, führt den Code aus und erzeugt daraus den endgültigen HTML-Code, der schließlich an den Browser gesendet wird. JSP erlaubt insbesondere eine einfache Integration mit Java Programmen.

 

Nutzungsbeispiel: Das Katalogsystem ANTEROS.pk besitzt eine Benutzungsoberfläche, die man komplett per Web-Browser bedienen kann. Dazu ist das Frontend von ANTEROS.pk in JSP realisiert. Die Kundensicht von ANTEROS.pk (der Internet-/Webkatalog) erlaubt es daher, sehr komfortabel und interaktiv nach Produkten zu suchen, aber dennoch die Anzeige in herkömmlichen Web-Browsern (ohne Java-Aktivierung) zu ermöglichen. Dazu werden die JSP-Anweisungen ausgewertet und per Methoden des in Java realisierten ANTEROS-Kerns die jeweils aktuellen Produktdaten ermittelt. Diese aktuellen Daten werden dann in der dynamisch generierten HTML-Seite mit der Produktdarstellung präsentiert.