WAP (Wireless Application Protocol)

Abkürzung für "Wireless Application Protocol".

WAP ist ein Protokoll, das die Übertragung und Darstellung von speziellen Internet-Inhalten auf Geräten mit eingeschränkter Darstellung, wie zum Beispiel Handys, Handhelds oder PDAs, definiert.

 

"WAP" ist eine von Ericsson Motorola, Nokia und Unwired Planet initiierte Spezifikation und definiert u.a. Eckwerte für sogenannte Micro-Browser, mit denen Web-Inhalte auf dem Handy-Display dargestellt werden. Eines der ersten Handys, das WAP unterstützte, war das "Media-Handy" Nokia 7110, das auf der CeBIT 1999 vorgestellt wurde und in ausreichenden Stückzahlen Ende 1999 auf den Markt kam.

 

Für die Darstellung im Handy-Display wurde zudem WML entwickelt, die "Wireless Markup Language". Da Bilder und umfangreiche Grafiken im WAP nicht darstellbar sind, müssen entsprechende Inhalte im WML-Format bereitgestellt werden.

 

Die WAP-Architektur basiert auf einem schichtenförmigen Modell, wie man es auch von anderen Netzwerkprotokollfamilien - z.B. TCP/IP - kennt. WAP wird durch fünf Schichten beschrieben. In jeder dieser Schichten kommen Anwendungen und Protokolle gleichermaßen zum Einsatz.

  • Anwendungsschicht: Hier findet man das Wireless Application Environment (WAE), das als Anwendungsumgebung auf WWW- und Telefonietechnologien basiert und in erster Linie als Ausführungsumgebung von WAP-Anwendungen dient. WAE unterstützt insbesondere Wireless Markup Language (WML), WML-Script und Wireless Telephony Applications (WTA).
  • Session-Schicht: In dieser Schicht sorgt das Wireless Session Protocol (WSP) für die Bereitstellung von zwei Diensten. Es handelt sich zum einen um einen verbindungsorientierten Service, der oberhalb von Wireless Transaction Protocol (WTP) operiert, zum anderen um einen verbindungslosen Service, der als Datagramm-Service agiert.
  • Transaktionsschicht: Hier sorgt das neue Wireless Transaction Protocol (WTP) für die Ausführung von als zuverlässig und als unzuverlässig deklarierten Transaktionen.
  • Sicherungsschicht: Sie dient der Sicherung der Datenintegrität, Privatsphäre und Authentifizierung. Außerdem bietet diese Schicht Schutz vor Denial-of-Service-Attacken. Kernstück ist die Funktion Wireless Transport Layer Security (WTLS), die technisch auf dem SSL-Nachfolger TLS basiert.
  • Transportschicht: Als allgemeiner Transportmechanismus ist das Wireless Datagram Protocol (WDP) für die Kommunikation zwischen dem Bearer und den darüber liegenden Schichten zuständig. (Der Ausdruck "Bearer" bezeichnet Schnittstellen zwischen WAP und physikalischen Netzen wie GSM - oder TCP/IP-Netzen).