htaccess-Dateien

.htaccess-Dateien sind Konfigurationsdateien für Verzeichnisse, die zum Web-Angebot gehören. So ist die .htaccess-Technik beispielsweise der übliche Weg, um nur bestimmten Benutzern den Zugriff auf bestimmte Daten zu erlauben. .htaccess ist also die Antwort auf die immer wieder gestellte Frage nach einem "richtigen" Passwortschutz. Doch mit .htaccess-Dateien können Sie noch viel mehr anstellen als Daten mit Passwörtern zu schützen. So können Sie auch ganze Benutzerkreise automatisch (ohne Passwortzugang) aussperren oder alle bis auf bestimmte aussperren. Sie können Optionen zum so genannten Verzeichnis-Browsing (Web-Browser ruft ein Verzeichnis auf, in dem keine Default-Datei wie z.B.index.htm liegt) einstellen. Sie können automatische Weiterleitungen einstellen oder eigene Regelungen für den Fall von HTTP-Fehlermeldungen schaffen. Sie können sogar abhängig von bestimmten Bedingungen alternative Inhalte servieren, beispielsweise Web-Seiten mit unterschiedlichen Landessprachen abhängig von der Sprache des benutzten Web-Browsers - ohne CGI, ohne JavaScript. Und schließlich können Sie sogar einstellen, dass Daten komprimiert an den aufrufenden Browser übertragen werden.

 

Web-Server, die zum NCSA-Server kompatibel sind, kennen das Konzept der .htaccess-Dateien. Heutzutage trifft das vor allem auf den immer dominanter werdenden und die defacto-Standards im Web setzenden Web-Server Apache zu. Wenn auf Ihrem Server-Rechner also ein Apache Web-Server läuft, dann können Sie die Technik der .htaccess-Dateien einsetzen. Falls Sie nicht wissen, welche Web-Server-Software auf dem Rechner läuft und wo Sie Ihr Web-Projekt hosten, dann können Sie im Online-Angabot von SELFHTML aktuell den SELFHTML Server Watch benutzen, um es herauszufinden. Fragen Sie ansonsten im Zweifelsfall Ihren Provider oder Webmaster!

 

Dateien mit dem Namen .htaccess (das erste Zeichen ist ein Punkt) sind im Grunde Teil der Konfiguration des Web-Servers. Der Web-Server verfügt zwar auch über zentrale Konfigurationsdateien. Doch diese liegen normalerweise unterhalb des Programmverzeichnisses des Web-Servers und sind nicht unbedingt den Benutzern zugänglich, die ein Web-Projekt verwalten. .htaccess-Dateien werden dagegen in dem Verzeichnisbereich abgelegt, in dem das Web-Angebot liegt. Also dort, wo Sie Ihre HTML-Dateien, Grafikdateien usw. haben, können Sie also auch .htaccess-Dateien ablegen.

 

Dass der Name .htaccess mit einem Punkt beginnt, ist eine Tradition aus der Unix-Welt. Dort beginnen viele verzeichnis-spezifische Konfigurationsdateien mit einem Punkt. Bekannt ist beispielsweise die Datei .profile. In der zentralen Konfiguration des Apache Web-Servers lässt sich allerdings auch ein anderer Dateiname als .htaccess einstellen.

 

.htaccess-Dateien sind reine Textdateien, die mit einem Texteditor bearbeitet werden müssen. Wenn Sie Telnet- oder SSH-Zugang zu dem Server-Rechner haben, auf dem Ihr Web-Angebot liegt, können Sie solche Dateien direkt auf dem Server erstellen und bearbeiten, indem Sie dort einen geeigneten Texteditor aufrufen (auf Unix-Systemen z.B. den vi-Editor). Wenn Sie nur FTP-Zugang zu dem Server-Rechner haben, können Sie eine solche Datei auf Ihrem lokalen PC mit einem Texteditor erstellen und dann hochladen.

 

Sie können alle in diesem Abschnitt einzeln vorgestellten Möglichkeiten auch in einer .htaccess-Datei kombinieren. So können Sie also beispielsweise zugleich einen Passwortschutz einrichten und gleichzeitig Optionen zum Verzeichnis-Browsing oder für das Senden alternativer Inhalte notieren.

 

.htaccess-Dateien gelten stets für das Verzeichnis, in welchem sie abgespeichert werden, sowie für alle Unterverzeichnisse davon und für deren Unterverzeichnisse. Wenn Sie in einem der Unterverzeichnisse andere Regelungen wünschen, müssen Sie dort wiederum eine .htaccess-Datei ablegen. Die Angaben der jeweils aktuellen Datei überschreiben die Angaben aus den Verzeichnissen oberhalb.